Aula der Katholischen Hochschule
für Sozialwesen Berlin
 
     

Auf einem 2,4 ha großen Areal im Ortsteil Karlshorst wurde 1930 ein sogenanntes Freilicht- und Freiluftkrankenhaus für 300 Patienten gebaut.Die um einen halboffenen Hof mehrflügelig gegliederte Anlage wurde im Stil der Bauhausarchitektur von dem Architekten F.A. Pollak entworfen. Der neue inhaltliche Gedanke lautete: von der Individualmedizin zur Sozialmedizin. Eine Vielzahl von besonderen architektonischen Details sind noch heute zu finden: die verschiedenfarbigen Fliesen der einzelnen Stockwerke, die typischen Bauhausklinken sowie die Bauplastik der Antoniusfigur als symbolischer Stützpfeiler an der Eingangsfront.
Nach dem 2. Weltkrieg zog die Sowjetische Militäradministration in das Gebäude. Von 1964-1990 war es Sitz des Ministeriums für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR. Die ehemalige Kapelle wurde als Raum für Versammlungen, Kinovorführungen und Veranstaltungen genutzt. Der Hauptbogen im Altarraum wurde in dieser Zeit abgetragen, die Decke wurde abgehängt und die Wände wurden mit tapezierten Hartfaserplatten verdeckt.
Mit der Rückübertragung der Liegenschaften an die Marienschwestern im Dezember 1990 übernahm der St. Marien e.V. die Verwaltung von Gelände und Gebäude. Die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin konnte 1991 ihren Lehrbetrieb in dem Gebäudekomplex aufnehmen. Die Kapelle wurde nun als „kleiner Saal“ für Lehrveranstaltungen, Prüfungenund Feste genutzt, ohne zu wissen, dass unter den Verkleidungen große
Teile des ursprünglichen Bestandes erhalten waren. Durch die Erfordernisse des Brandschutzes wurden die Wandverkleidungen entfernt.
In zwei Bauabschnitten wurden die Brandschutzsanierung durchgeführt und die ehemalige Kapelle des früheren St. Antonius Krankenhauses rück- bzw. umgebaut und instandgesetzt, so dass sie heute als Aula der Hochschule zur Verfügung steht. Der Umbau folgte weitestgehend den Anforderungen des Denkmalschutzes, so dass der ursprüngliche Charakter des sakralen Raumes mit den Bögen, Ornamenten und der Farbgebung nachvollziehbar wieder hergestellt werden konnte. Gleichzeitig wurden die Technischen Notwendigkeiten und Vorgaben des Brandschutzes für einen modernen Mehrzweckraum umgesetzt.

 

Projekt: Aula der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, Köpenicker Allee 39-57
Bauherr:
Erzbistum Berlin
Planung:
Thomas Neumann,
Rüdersdorf

Bauzeit:
2006-2009
(1. Bauabschnitt)

Seit ihrer Gründung 1991 arbeitet die KHSB in einem geschichtsträchtigen Haus – dem ehemaligen St. Antonius-Kranken-haus, das 1930 eingeweiht wurde. Die denkmalgeschützte Aula, die frühere Kapelle des Krankenhauses, wurde nach dem historischen Vorbild saniert.

     
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